Abc Come On
[1] Ziel der vorliegenden Arbeit ist, anhand der beiden Filme ,Blue Velvet’1 und ,Wild at Heart’2 Grundmechanismen gegenwärtiger menschlicher Kommunikation und Identität aufzuzeigen.
[2] Lynch hat in seinen Werken durchgehend die Befindlichkeit der westlichen Gesellschaft (insbesondere der USA) impliziert analysiert und kommentiert. Er bedient sich dazu zum einen der ironischen Überzeichnung und exzessiver Verwendung kulturindustrieller Klischees, zum anderen einer zeichentheoretisch geprägten Bildersprache, die es ihm ermöglicht, die erzählte Geschichte in einen übergeordneten Kontext zu stellen. Hans Peter Rodenberg bemerkt in diesem Zusammenhang: „Indem die dargestellten Menschen zugleich auch Stereotype verkörpern und ihre Sehnsüchte (...) sich in Klischees äußern, verschafft Lynch sich und dem Zuschauer ironische Distanz und Raum zur Reflexion des Dargestellten."3 (Diese Mechanismen werden in Teil III und IV weiter ausgeführt und exemplifiziert werden.)
[3] Im Verlauf dieser Arbeit wird gezeigt werden, wie Lynch die Erstarrung zwischenmenschlicher Kommunikation und die hilflose Schaffung von Scheinidentitäten nachweist und begründet. Lynchs Filme erweisen sich in diesem Zusammenhang gleichermaßen als Produkt und Kritik der kulturindustriellen Struktur, die Rodenberg folgendermaßen auf den Punkt bringt: ,,Der ursprünglich (früh-) bürgerlich-emanzipatorische Traum von der Durchdringung von Kunst und Leben fand in den achtziger Jahren einmal mehr seine gesellschaftliche Umkehrung in der Durchdringung von Kommerz und warenästhetisierter Alltagswelt."4
[2] Lynch hat in seinen Werken durchgehend die Befindlichkeit der westlichen Gesellschaft (insbesondere der USA) impliziert analysiert und kommentiert. Er bedient sich dazu zum einen der ironischen Überzeichnung und exzessiver Verwendung kulturindustrieller Klischees, zum anderen einer zeichentheoretisch geprägten Bildersprache, die es ihm ermöglicht, die erzählte Geschichte in einen übergeordneten Kontext...
View Full Essay